Wettsteuer in Österreich und Paysafecard - wie sich die Steuererhöhung 2025 auf Sportwetter auswirkt

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Im Februar 2025 hat Österreich die Wettsteuer von 2 auf 5 Prozent angehoben – eine Verdreifachung, die ich am eigenen Wettkonto gespürt habe. Nicht sofort, nicht dramatisch, aber messbar. Die Quoten bei manchen Anbietern wurden leicht korrigiert, und am Ende des Monats hatte ich bei gleichem Einsatz etwas weniger Gewinn als im Vormonat. Das hat mich dazu gebracht, die Beziehung zwischen Wettsteuer und Zahlungsmethode genauer unter die Lupe zu nehmen.
Die Wettsteuererhöhung von 2 auf 5 Prozent – Hintergrund und Folgen
Österreichs Entscheidung, die Wettsteuer zu erhöhen, kam nicht aus dem Nichts. Der Finanzminister sah in der niedrigen Besteuerung ein Missverhältnis zwischen dem wachsenden Sportwetten-Markt und den Steuereinnahmen. Der österreichische Glücksspielmarkt hat 2025 einen geschätzten Wert von rund 3,31 Milliarden US-Dollar – ein Kuchen, von dem der Staat ein größeres Stück wollte.
Finanzminister Marterbauer hat die Maßnahme in einen breiteren regulatorischen Rahmen eingebettet: Das Monopol im Online-Glücksspiel soll bewahrt und nicht lizenzierten Anbietern das Agieren in Österreich erschwert werden. Die Steuererhöhung ist Teil einer Gesamtstrategie, die auch die geplante Glücksspielgesetz-Reform 2026 umfasst. Das Signal an die Branche ist klar: Wer in Österreich operieren will, muss mehr beitragen.
Für Wettanbieter bedeutet die Steuererhöhung höhere Betriebskosten. Diese Kosten werden in der Regel an die Sportwetter weitergegeben – nicht als direkte Steuer auf dem Wettschein, sondern über leicht reduzierte Quoten. Ein Anbieter, der die 5 Prozent Wettsteuer aus der eigenen Marge zahlen würde, hätte langfristig Profitabilitätsprobleme. In der Praxis sinken die Quoten um einen Bruchteil, was sich auf das langfristige Wettergebnis auswirkt.
Eine zweite Folge, die weniger offensichtlich ist: Der Graumarkt wird attraktiver. Nicht lizenzierte Anbieter, die keine österreichische Wettsteuer abführen, können höhere Quoten anbieten. Rund 35 Prozent des Internet-Glücksspielverkehrs in Österreich fließen bereits in unregulierte Kanäle – die Steuererhöhung dürfte diesen Anteil eher vergrößern als verkleinern. Für Sportwetter ist das ein Teufelskreis: Die Steuer soll den regulierten Markt finanzieren, treibt aber einen Teil der Nachfrage in den unregulierten Bereich.
Das klingt abstrakt, deshalb ein konkretes Beispiel: Bei einer Wette mit Einsatz 50 Euro und einer Quote von 2,00 beträgt der potenzielle Gewinn 100 Euro. Wenn der Anbieter die Wettsteuer von 5 Prozent auf den Einsatz einkalkuliert, schmälert das die Marge um 2,50 Euro. Diese 2,50 Euro werden nicht separat ausgewiesen, aber sie beeinflussen die angebotene Quote. Statt 2,00 könnte die Quote bei 1,95 liegen – ein kleiner Unterschied pro Wette, der sich über hunderte Wetten summiert.
Was die neue Steuer für Paysafecard-Nutzer bedeutet
Hier kommt die gute Nachricht: Die Wettsteuer wird auf den Wetteinsatz erhoben, nicht auf die Einzahlung. Egal, wie man sein Wettkonto auflädt – ob per Paysafecard, Kreditkarte, Banküberweisung oder E-Wallet -, die Steuer bleibt dieselbe. Es gibt keine Sondersteuer für Prepaid-Zahlungen, keinen Aufschlag für Paysafecard-Einzahlungen, keine steuerliche Benachteiligung gegenüber anderen Methoden.
Was sich indirekt ändert: Der Spielraum für Wetten mit kleinen Beträgen wird enger. Das 50-Euro-Limit der Paysafecard ohne myPaysafe-Registrierung bedeutet, dass man pro Einzahlung maximal 50 Euro einsetzen kann. Wenn davon effektiv 5 Prozent durch die Wettsteuer „aufgefressen“ werden, bleiben netto 47,50 Euro wirksamer Einsatz. Bei der vorherigen Wettsteuer von 2 Prozent wären es 49 Euro gewesen. Pro Einzahlung ein Unterschied von 1,50 Euro – über ein Jahr mit 50 Einzahlungen sind das 75 Euro weniger im Vergleich zur alten Steuer.
Der Bruttospielertrag im Segment Sportwetten in Österreich lag 2020 bei 283 Millionen Euro. Seitdem ist der Markt gewachsen, und die Steuererhöhung dürfte die Staatseinnahmen aus Sportwetten erheblich steigern. Für den einzelnen Sportwetter ist der Effekt spürbar, aber nicht existenzbedrohend – sofern man seine Erwartungen anpasst und nicht versucht, den Steuerverlust durch aggressiveres Wetten auszugleichen.
Beeinflusst die Zahlungsmethode die Steuerbelastung?
Kurze Antwort: Nein. Die Wettsteuer wird auf den Wetteinsatz erhoben, unabhängig von der verwendeten Zahlungsmethode. Ob man per Paysafecard einzahlt oder per Banküberweisung, die Steuer berechnet sich identisch. Es gibt keine steuerlichen Anreize für bestimmte Zahlungsmethoden und keine Nachteile.
Was manche Sportwetter verwechseln: Die Wettsteuer ist nicht dasselbe wie die Einkommensteuer auf Wettgewinne. In Österreich sind Gewinne aus Glücksspielen grundsätzlich steuerfrei für den Spieler – die Wettsteuer wird vom Anbieter abgeführt und ist keine Einkommensteuer auf Gewinne. Das gilt unabhängig davon, ob der Gewinn per Paysafecard, Skrill oder Banküberweisung ausgezahlt wird.
Ein Aspekt, den ich in meiner Praxis beobachtet habe: Manche Wettanbieter weisen die Wettsteuer auf dem Wettschein aus, andere nicht. Bei Anbietern, die die Steuer sichtbar machen, sieht man bei einer 50-Euro-Wette beispielsweise „Einsatz: 47,50 Euro, Wettsteuer: 2,50 Euro“. Bei Anbietern, die die Steuer in die Quote einrechnen, sieht man nur den Einsatz von 50 Euro und eine leicht niedrigere Quote. Der finanzielle Effekt ist derselbe – nur die Darstellung unterscheidet sich.
Für Paysafecard-Nutzer gibt es eine indirekte Verbindung zur Zahlungsmethode: Wer mit begrenztem Budget wettet und jeder Euro zählt, sollte die Steuer in seine Einsatzplanung einbeziehen. Bei einem 50-Euro-Paysafecard-Budget und 5 Prozent Wettsteuer beträgt der „wirksame“ Einsatz 47,50 Euro. Wer das bei seiner Wettstrategie berücksichtigt, hat realistischere Erwartungen an seine Gewinne – und vermeidet die Enttäuschung, wenn am Ende des Monats weniger übrig bleibt als erhofft.
Wettsteuer als Rahmenbedingung – keine Frage der Zahlungsart
Die Wettsteuererhöhung auf 5 Prozent trifft alle Sportwetter in Österreich gleichermaßen, unabhängig von der Zahlungsmethode. Die Paysafecard bringt in steuerlicher Hinsicht weder Vorteile noch Nachteile. Was sie bringt, ist Budgetkontrolle – und gerade in einem Umfeld höherer Steuerbelastung ist die bewusste Begrenzung des eigenen Einsatzes wertvoller denn je. Die 50-Euro-Grenze der Paysafecard wirkt als natürliche Bremse: Man kann nicht mehr ausgeben, als man eingezahlt hat, und die Steuer ist darin bereits inkludiert. Wer die Details zur Gebührenstruktur verstehen will, findet sie im Leitfaden zu Paysafecard-Limits und Gebühren.